"Aufbruch ins Unbekannte" - ein Reisebuch von Davia Franz

Reisewege Indien

Indien93

Leseprobe Indien

Indien: Das Land der Mystik und Maharadschas

Wir reisen von der Hauptstadt Neu Dehli nach Agrar, besuchen das Taj Mahal und Fatepuhr Sikri, die Stadt des Sieges. Wir durchqueren den Bundesstaat Rajastan, eines der ursprünglichsten und farbenprächtigsten Gebiete Indiens, Es ist die Heimat der Maharadschas und Kamele. Die Hauptstadt Jaipur mit seinen pinkfarbenen Häusern und dem Palast der Winde, ist ebenfalls ein Stopp auf unserer Reise. Es geht weiter nach Pushkar, ein zwischen Hügeln und Dünen gelegener heiliger Wallfahrtsort. Dann fahren wir auf erschwerten Wegen in die Wüste Thar nach Jaislmer, einem wahr gewordenem Traum eines orientalischen Märchens. Von dort ist es ein weiter Weg nach Udaipur, der Stadt mit den weißen Palästen im Süden von Rajastan. Zur Erholung fliegen wir dann noch an die Strände von Goa, dem einzigen ehemals portugiesischen, Bundesstaat Indiens. Und zu guter letzt nach Bombay.


„Lärmend geschäftiges Treiben, Kühe, Dreck, klingelnde Fahrradfahrer, stinkende Auspuffgase und Kinder die uns unsere Römerlatschen putzen wollen, erwarten, uns beim Heraustreten aus dem Hotel. Rund um den kleinen Park vor unserem Hotel, haben Obdachlose ihre Wäsche auf dem Zaun zum Trocknen aufgehängt. Ein Schneider sitzt in Hockstellung arbeitend an seiner Nähmaschine am Straßenrand. Unsere Rucksäcke lassen wir an der Rezeption stehen, denn für uns ist klar, für heute Nacht suchen wir uns eine andere Unterkunft. Neben einem Wagen, der Essbares verkauft wird gerade Holzkohle hergestellt und der schwarze Ruß setzt sich wirbelnd auf die bis dahin lecker aussehenden frisch frittierten Bällchen in der großen Schüssel nieder. Ich bin mir nicht sicher, ob ich wirklich die nächsten vier Wochen in diesem Land verbringen kann.“

„Nach dem Frühstück machen wir einen Rundgang um die Festung, wo sich in einem Teil der Stadt die Slums angesiedelt haben. In einer Schule unter freiem Himmel schauen wir ein wenig dem Unterricht zu. Ein Stück weiter sehen wir, wie ein paar Frauen Kuhdung zusammensammeln, sie anschließend zu Fladen breit klopfen und diese dann an ihre Hauswand zum Trocknen befestigen. Wenn die Fladen trocken sind, werden sie als Brenn-oder Baumaterial genutzt.
Beim Bummel durch die Festung, das ein Gewirr aus engen Gassen mit zusammengedrängten Wohnbauten ist, hinterlässt dies ein Bild aus mittelalterlichen Tagen. Die wundervoll verzierten Wohnbauten nennen sich Havelis und sind Kaufmannshäuser. Sie zeigen den einstigen Reichtum der Handelsstadt. Durch Jaislmer verlief damals die Karawanenroute von Afghanistan und dem indischen Ozean. Der Jain Tempel, welcher eines der ältesten Hindu Bauten in Jaislmer ist, wurde gleich nach der Stadtgründung am höchsten Punkt der Festung errichtet. Er besitzt wundervolle Reliefs und Skulpturen, die unter anderem mythologische Szenen von Göttern und Tänzerinnen darstellen.
Auf dem Weg zum Hostel begegnen wir einem Asketen (sadhu- Wandermönch). Nach der Entscheidung eines Menschen als sadhu zu leben, begibt er sich in ein Reich ohne Grenzen, in ein Reich universalen Bewusstseins. Die Ausgeglichenheit und die Selbstbeherrschung erwecken bei ihren Mitmenschen tiefe Verehrung. Sie verwehren sich dem Alkohol, dem Wohlstand und der Frauen. Es sind heilige Bettler. Für jeden Inder, der etwas entbehren kann, ist es eine Ehre dem sadhu etwas abzugeben.
Zum Abend gehen wir an den Sunset Point, draußen in der Wüste. Hier stehen überall Ruinen alter Grabstätten, der einstigen Herrscher. Am Sunset Point kann man herrlich die rotglühende Sonne am Horizont untergehen sehen. Die Wüste verwandelt sich dabei in ein Meer aus rotem Sand.“


Galerie Indien

Das Schulkind und der Sadhu

Die Schülerin und der sadhu

Ghats von Pushkar

Ghats von Pushkar

Hippiemarkt in Anjuna

Hippiemarkt in Anjuna

Holzkohleherstellung

Holzkohleherstellung

Palast der Winde

Palast der Winde in Jaipur

Straßenleben in Agra

Straßenleben in Neu Dehli